Friedenspreis Dresden
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Peter Theiler neuer Präsident des Kuratoriums Friedenspreis Dresden. Martin Dulig in Kuratorium kooptiert

Medienmitteilung Friedenspreis Dresden, 26. Juni 2025

Der Theaterleiter Peter Theiler ist ab sofort neuer Präsident des Kuratoriums Friedenspreis Dresden – International Peace Prize. Das teilt die Geschäftsführung der gemeinnützigen Initiative Friedenspreis Dresden mit.

„Es ist für mich eine große Ehre, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen. Den Friedenspreis Dresden mit zu verantworten, ist eine außerordentliche Herausforderungen. Sich für Frieden, Menschenrechte und Freiheit einzusetzen, ist in einer Zeit, wo immer mehr kriegerische Auseinandersetzungen Leben kosten und das Recht auf Freiheit zunehmend infrage gestellt wird, wichtiger denn je“, sagte der frühere Intendant der Semperoper Dresden nach seiner Wahl. Die Wahl wurde notwendig, da der bisherige Präsident des Gremiums, der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum, im Februar 2025 verstarb.

Als neues Mitglied des Kuratoriums Friedenspreis Dresden wurde Martin Dulig kooptiert. Der Politiker möchte die Initiative für Frieden und Menschenrechte mit seiner Erfahrung und seinem Engagement unterstützen. Die Rektorin der Technischen Universität Dresden, Professorin Ursula Staudinger, bleibt wie bisher weiterhin als Vizepräsidentin des Kuratoriums tätig. Dem gehören damit insgesamt zwölf Kuratorinnen und Kuratoren aus Kultur, Wissenschaft, Kirche und Journalismus an. Mit dabei sind unter anderem die Leiterin des Dresdner Stadtmuseums Christina Ludwig, die Intendantin des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau Carena Schlewitt, die Intendantin der Dresdner Philharmonie Frauke Roth, Superintendent Christian Behr, Politikwissenschaftler Hans Vorländer, der Historiker Martin Jehne, der Leiter des Militärhistorischen Museum Dresden Oberst Dr. Dr. Rudolf J. Schlaffer, der Journalist Olaf Kische sowie der Professor für Strafrecht und Völkerrecht an der Universität zu Köln und Direktor des Institute for International Peace and Security Law Claus Kreß.

Der Friedenspreis Dresden ist seit 2009 eine internationale Auszeichnung, dessen Preisträger*in mit ihrem Engagement für Frieden, Freiheit und Menschenrechte nationale und internationale Ausstrahlung besitzt. Mit der Auszeichnung geht von Dresden die Botschaft für die Verteidigung von Frieden, Freiheit und Menschenrechten aus, entfaltet eine nationale und internationale Wirkung, die nachhaltig in die Gesellschaft wirkt. Die kommende Verleihung des Friedenspreises Dresden findet am 12. April 2026 in der Semperoper Dresden statt.

Zur Person Peter Theiler

Geboren 1956 in Basel, arbeitete Peter Theiler schon während seines Studiums (Geschichte und Deutsche Literaturwissenschaft) als Regieassistent u.a. am Grand Théâtre de Genève und an der Oper Frankfurt. Dort hat ihn die Zusammenarbeit mit der Regisseurin Ruth Berghaus beeinflusst. In der Spielzeit 1987 / 88 erhielt er sein erstes Engagement als Regisseur am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, ein Jahr später wechselte er als Betriebsdirektor und Regisseur an die Opéra de Nice. Von 1991 bis 1995 war Peter Theiler Direktor der Perspectives, dem einzigen französischen Theaterfestival außerhalb Frankreichs mit Sitz in Saarbrücken. Parallel übernahm er einen Lehrauftrag für szenischen Unterricht am Opernstudio der Musikakademie Basel. Zwei Spielzeiten lang, von 1994 bis 1996, war Theiler als Oberspielleiter und Bühnenbildner der Oper am Nationaltheater Mannheim engagiert, ehe er mit der Saison 1996 / 97 als Direktor des ensemb!e Theâtre des Régions Biel / Bienne-Solothurn zurück in seine Schweizer Heimat ging. In der Spielzeit 2001 / 02 übernahm er als Generalintendant die Leitung des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen und wurde von dort als Staatsintendant an das Staatstheater Nürnberg zum Spielzeitbeginn 2008 / 09 berufen. Peter Theiler ist regelmäßig Juror bei internationalen Gesangswettbewerben, engagiertes Mitglied im Deutschen Bühnenverein sowie Vorstandsmitglied der Chambre Professionnelle des Directeurs d'Opéra in Paris. Für sein Engagement zur Vermittlung des französischen Theaters in Deutschland wurde er 1996 vom französischen Kulturminister zum Chevalier des Arts et des Lettres ernannt. Mit der Verleihung des Grades eines Offiziers im gleichen Orden ehrte ihn Frankreich im Herbst 2004 noch einmal für seine grenzübergreifende Arbeit im Dienste der französischen Kultur. 2012 – 2018 war Peter Theiler zudem Schweizerischer Honorarkonsul in Nürnberg. 2015 wurde er von Kunstministerin Eva-Maria Stange für fünf Spielzeiten ab 2018/19 zum Intendanten der Semperoper Dresden berufen. 2021 verlängerte Kulturministerin Barbara Klepsch den Vertrag bis zur Spielzeit 2023/24.

Zur Person Martin Dulig

Geboren am 26.02.1974 in Plauen/Vogtland, evangelisch-lutherisch, verheiratet, 6 Kinder. 1992 Baufacharbeiter mit Abitur. 1992 bis 1998 Jugendbildungsreferent der SPD Sachsen. 1998 bis 2004 Studium der Erziehungswissenschaften an der Technischen Universität Dresden. Zugleich freiberuflicher Trainer der Erwachsenenbildung. 2003 bis 2004 Jugendbildungsreferent beim DGB Sachsen. Mitglied der SPD seit 1992. 1999/ bis 2004 Landesvorsitzender der Jusos. 2004 bis 2009 Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Dresden-Elbe-Röder (später Meißen). Ab 2009 SPD-Landesvorsitzender. Ab 2011 Mitglied im SPD-Parteivorstand. Ab 2004 Mitglied des Sächsischen Landtages. 2014 bis 2024 Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und Zweiter Stellvertreter des Sächsischen Ministerpräsidenten. Mitglied des Bundesrates vom 25.11.2014 bis 19.12.2024.

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Friedenspreis 2025 an Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verliehen

Am 16. Februar 2025 wurde der Friedenspreis Dresden 2025 in der Semperoper Dresden verliehen – an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Präsident Marko Bošnjak nahm den Preis unter Standing Ovations entgegen – Bundesjustizministerin a.D. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hielt die Laudatio. Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und Sachsens Justizministerin Constanze Geiert richteten Grußworte an die zahlreichen Gäste und den Preisträger. Liedermacher Wolf Biermann, die World Jazz Band Masaa, das Ensemble Mediterrain, die Schauspielerin Claudia Michelsen und Gitarrist Frank Fröhlich sorgten für ein hochklassiges Kulturprogramm. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Peter Ufer.

 

Zu Beginn der Festveranstaltung wurde dem früheren Bundesinnenminister und Präsident des Kuratoriums Friedenspreis Dresden, Gerhart Baum gedacht, der einen Tag vor der Veranstaltung in seiner Kölner Wahlheimat im Alter von 92 Jahren verstorben ist. 

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FRIEDENSPREIS DRESDEN 2025 INTERNATIONAL PEACE PRIZE GEHT AN DEN EUROPÄISCHEN GERICHTSHOF FÜR MENSCHENRECHTE

Medienmitteilung der Initiative Friedenspreis Dresden – International Peace Prize, der Klaus Tschira Stiftung und der Semperoper Dresden | Dresden, 16. Dezember 2024

Die Initiative Friedenspreis Dresden – International Peace Prize ehrt den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mit dem Friedenspreis Dresden 2025. Im Rahmen der Verleihungsgala in der Semperoper Dresden, am 16. Februar 2025, ab 11 Uhr, nimmt Marko Bošnjak, Präsident des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte den Preis entgegen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gehört zum Europarat und wurde 1959 in Straßburg errichtet.

Er entscheidet über Beschwerden, in denen eine Verletzung der in der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) niedergelegten Rechte gerügt wird.

Die Institution ist ein Markenzeichen Europas. In seiner über sechs Jahrzehnte währenden Geschichte hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte auf vielfältige Weise zur Entwicklung gemeinsamer europäischer Standards in schwierigen Bereichen beigetragen und einen Geist des »Europäischen« geprägt.

In einer Zeit, in der der Zeitgeist zunehmend von einer Hinwendung zur Realpolitik einerseits und populistischen und vereinfachenden Herangehensweisen an die komplexen Probleme des modernen Lebens andererseits geprägt ist, muss die Stimme des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte mehr denn je gehört werden.

Die Initiative Friedenspreis Dresden – International Peace Prize hat daher beschlossen, den Friedenspreis Dresden 2025 dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu verleihen.

Der Dresdner Friedenspreis wurde 2010 ins Leben gerufen, um Personen oder Institutionen zu ehren, die einen besonderen Beitrag zum Frieden und zur Völkerverständigung geleistet haben.

Die Stifter des Dresdner Friedenspreises wollen mit der Auszeichnung ein starkes Zeichen setzen. Die Botschaft des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, der die Rechte des Einzelnen an erste Stelle setzt und davon überzeugt ist, dass visionäre Friedensprojekte im Alltag beginnen sollten, ist heute besonders aktuell. Die Preisverleiher schätzen es, dass die Türen des Gerichtshofes für alle offen stehen – sei es eine junge Frau aus der Türkei, die unter häuslicher Gewalt gelitten hat, ein Häftling in einem französischen Gefängnis, der in einer überfüllten Zelle festgehalten wird, eine Mutter in Schweden, die ihr Kind aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht sehen kann, ein ungarischer Richter, der »entlassen« wurde, weil er die Regierungspolitik kritisierte, ein estnischer Bankmanager, der des Betrugs beschuldigt wird und kein faires Verfahren erhält, oder ein aserbaidschanischer Blogger, der gegen die öffentliche Vorverurteilung Einspruch erhebt.

Eine weitere Leistung der Rechtsprechung des Gerichtshofs, die die Initiative Friedenspreis überzeugt, ist, dass sie besonders schutzbedürftigen Menschen zugutekommt, aber auch die Belange aller anderen anspricht, die in ihrem Leben mit unüberwindbaren Schwierigkeiten konfrontiert sind. Unserer Ansicht nach kann eine Institution wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in einer Zeit, in der in Europa Krieg wütet und viele Menschen den Glauben an Recht und Gerechtigkeit verloren haben, neuen Mut und neue Hoffnung geben.

Aus all diesen Gründen hat das Gremium beschlossen, den Dresdner Friedenspreis 2025 dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu verleihen. Die Verleihung wird im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der Semperoper in Dresden stattfinden.

Ursula Staudinger und Gerhart Baum leiten das neu gegründete Kuratorium Friedenspreis Dresden

Pressemitteilung, 27.08.2024

Dresden. Das Kuratorium für den Dresdner Friedenspreis – International Peace Prize – hat sich vor wenigen Tagen konstituiert. Zum Präsident des Gremiums wählten die Mitglieder den Menschenrechtler und früheren Bundesinnenminister Gerhart Baum. Der 1932 in Dresden geborene Politiker wies bei der Wahl darauf hin, dass es ihm ein Anliegen sei, dem Friedenspreis eine breitere Basis in der Dresdner Bürgergesellschaft zu geben und mehr Dialog herzustellen. „Es riecht in der Welt nach Krieg, dagegen müssen wir alle dringend etwas unternehmen“, sagte er.

Die Rektorin der TU Dresden, Professorin Ursula M. Staudinger, ergänzte, dass zudem eine internationale Vernetzung von Dresden aus wichtig und notwendig sei, um zu mehr Kommunikation und gegenseitigem Verständnis zu kommen. „Dresden und Sachsen brauchen nachhaltig Sichtbarkeit für die anständigen Dinge“, sagte die  Psychologin und Gerontologin. Dazu sei der internationale Friedenspreis Dresden ein wichtiges und gutes Zeichen. Die Wissenschaftlerin wirkt künftig als Vizepräsidentin des Beirates, dem insgesamt elf Kuratorinnen und Kuratoren aus Kultur, Wissenschaft, Kirche und Journalismus angehören.

Mit dabei sind unter anderem die Leiterin des Dresdner Stadtmuseums Christina Ludwig, die Intendantin des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau Carena Schlewitt, die Intendantin der Dresdner Philharmonie Frauke Roth, Superintendent Christian Behr, Politikwissenschaftler Hans Vorländer, der Historiker Martin Jehne, der Direktor des Militärhistorischen Museum Dresden Oberstleutnant Dr. Dr. Rudolf J. Schlaffer, der frühere Intendant der Semperoper Peter Theiler sowie der Journalist Olaf Kische.

Das Kuratorium unterstützt und berät  die Initiative Friedenspreis Dresden bei ihrer Arbeit und bei der Wahl der Preisträgerinnen und Preisträger. Im vergangenen Mai ehrte die Initiative posthum den russischen Oppositionspolitiker und Kremlkritiker Alexej Nawalny. Den Preis nahm seine Witwe Julia Nawalnaja entgegen und spendete das Preisgeld an verfolgte Oppositionelle in Russland. Erster Preisträger war im Jahr 2010 Michail Gorbatschow für seine Initiative zur atomaren Abrüstung in den 1980–Jahren in Ost und West. 2011 folgte mit Daniel Barenboim einer, der mit dem von ihm gegründeten West-Eastern Divan Orchester für eine Aussöhnung zwischen Palästina und Israel steht. Im Folgejahr erhielt die Ehrung James Nachtwey, der mit seinen Kriegsbildern, die man nicht vergisst, zu Frieden beiträgt. Der ehemalige Offizier der sowjetischen Armee, Stanislaw Petrow, wurde 2013 ausgezeichnet. Er hatte 1983 als Mensch entschieden, trotz höchstem Alarmbefehl keine Raketen aus den Bunkern gen Westen zu feuern.

Es folgten der sudanesische Friedensmusiker und einstige Kindersoldat, Faton Bensouda und der Herzog von Kent Edward für ihr Engagement für Versöhnung. 2016 war Daniel Ellsberg der Preisträger, der als Urvater der Whistleblower mit der Veröffentlichung der geheimen Pentagon-Papiere die Täuschung der Öffentlichkeit über die wirklichen Kriegsziele der US-Regierungen im Vietnamkrieg aufdeckte. Mit Domenico Lucano wurde 2017 der Bürgermeister von Riace für die Aufnahme und Integration von vielen Flüchtlingen, die über das Mittelmeer in seinem Ort anlandeten, geehrt und unterstützt. Tommie Smith, berühmt für seine mutige Demonstration mit erhobener Faust auf dem Siegerpodest zu den Olympischen Spielen in Mexiko, wurde 2018 ausgezeichnet. Geehrt wurden weiterhin 2019 die als „Napalm-Girl“ bekannt gewordene Vietnamesin Kim Phuk Phan Thi für ihr Engagement für Versöhnung, 2020 die syrische Aktivistin Muzoon Almellehan für ihr Eintreten für Bildung von Kindern in Krisengebieten sowie 2021 die spanische Ärztin Christina Marin Campos, stellvertretend für das medizinische Personal, das in der Corona-Krise Herausragendes leistete. Im Jahr 2023 erhielten der polnisch-amerikanischer Architekt Daniel Libeskind für seine Stätten der Erinnerung und Mahnung nach Krieg und Terror sowie der niederländische Klimaanwalt Roger Cox die Auszeichnung.

Der Friedenspreis Dresden ist mit 10.000 Euro dotiert, wird von der Klaus Tschira Stiftung  und weiteren Spendern gefördert und seit 2010 jährlich vergeben.

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Friedenspreis posthum an Alexey Nawalny verliehen

Am 12. Mai 2024 wurde der Friedenspreis Dresden 2024 im ausverkauften Schauspielhaus posthum an Alexey Nawalny verliehen. Den Preis nahm seine Witwe Julija Nawalnaja unter Standing Ovations des Publikums entgegen. Die Laudatio hielt Bundespräsident a.D. Joachim Gauck, Grußworte sprachen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch. Gerhart Baum, Bundesminister a.D. und Mitglied der Initiative Friedenspreis Dresden hielt eine Ansprache. Umrahmt wurde die Veranstaltung von einem vielfältigen kulturellem Programm.

Pressekonferenz im Schauspielhaus

Am 8. April 2024 fand im Schauspielhaus des Staatsschauspiels Dresden die Pressekonferenz zur diesjährigen Friedenspreis-Verleihung statt. Peter Ufer, Sprecher des Friedenspreis Dresden, stellte sich gemeinsam mit Jürgen Bönninger, Gerhard Baum, Elisabeth Naendorf (ÖIZ) und dem Intendanten des Staatsschauspiels Dresden, Joachim Klement, den Fragen der anwesenden Pressevertreterinnen und Pressevertretern.

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Preisträger 2024: Friedenspreis Dresden
geht posthum an Alexej Nawalny

Die Initiative Friedenspreis Dresden ehrt den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny posthum mit dem Friedenspreis Dresden 2024. Zu der Initiative gehört eine Gruppe Dresdner Bürgerinnen und Bürger, Träger ist der ÖIZ – Ökumenisches Informationszentrum e. V. in Partnerschaft mit der Klaus Tschira Stiftung, der Stifterin des Friedenspreis Dresden. Im Rahmen der Verleihungsgala im Schauspielhaus des Staatsschauspiels Dresden am 12. Mai 2024 nimmt Julija Nawalnaja, Witwe von Alexej Nawalny, den Preis entgegen.

Ein musikalisches Memorial für Nawalny des Komponisten Sergej Newski wird von AuditivVocal Dresden unter der künstlerischen Leitung von Olaf Katzer uraufgeführt. Eröffnet wird die Preisverleihung von YOUKALI, es spielt zudem die junge Pianistin Adele Marie Schäfer. Mitglieder des Schauspielensembles Dresden lesen Texte von Nawalny, begleitet vom Cellisten Emil Rovner, Professor an der Hochschule für Musik Dresden. Es werden Filmausschnitte aus dem Dokumentarfilm „Nawalny“ gezeigt.

Neben zahlreichen Ehrengästen werden als Redner:innen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) erwartet. Die Laudatio auf Alexey Nawalny hält Bundespräsident a.D. Joachim Gauck. Außerdem spricht der Bundesminister a. D. Gerhart Baum (FDP). Die Dankesrede hält Julija Nawalnaja.

 

Dokumentarfilm und Podiumsdiskussion im Programmkino Ost

11.05.2024, 19.30 Uhr

Am Vorabend der Preisverleihung zeigt das Programmkino Ost den preisgekrönten Dokumentarfilm „Nawalny“ aus dem Jahr 2022 unter der Regie von Daniel Roher. Im Anschluss an die Vorführung gibt es eine Diskussion zum Film, dem Leben des Kremlkritikers und seinen politischen Auffassungen. Moderiert wird die Veranstaltung von Bundesminister a. D. Gerhart Baum, begleitet wird er auf dem Podium von der Journalistin und Autorin Alice Bota und dem Anwalt der Familie Nawalny, Nikolaos Gazeas. Tickets erhalten Sie an der Kinokasse des Programmkino Ost oder über die Website www.programmkino-ost.de

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Friedenpreis kurz und knapp

Für eine friedlichere und bessere Welt

 

Seit 2010 wird der Friedenspreis Dresden jährlich unter großer öffentlicher Wahrnehmung und Teilnahme an Persönlichkeiten vergeben, die mit ihrem Wirken dazu beigetragen haben, dass unsere Welt friedlicher und besser wird. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern gehören Michael Gorbatschow, Daniel Barenboim, James Nachtwey, Stanislaw Petrow, Emmanuel Jal, S. K. H. Der Herzog von Kent, Daniel Ellsberg, Domenico Lucano, Tommie Smith, Kim Phuc Phan Thi, Muzoon Almellehan, Cristina Marín Campos, Roger Cox und Daniel Libeskind.

Der Friedenspreis Dresden 2024 wurde posthum an Alexej Nawalny vergeben und von seiner Witwe Julija Nawalnaja entgegengenommen. Die Veranstaltung fand 2024 erstmals im Schauspielhaus Dresden statt. 2025 kehrte der Friedenspreis in die Semperoper zurück, Preisträger war der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.

»Dieser Preis ist eine wunderbare Idee. Ich bin gerührt über so viel Symbolkraft. Dresden lehrt durch sein Schicksal zum einen, dass wir immer der Opfer gedenken müssen. Zum anderen aber lehrt es, dass die Zerstörung Folge verantwortungsloser Politik war. Das Symbol des Preises ist, dass wir solch einer Politik stets etwas entgegensetzen müssen.«

Das sagte 2010 der erste Preisträger des Friedenspreises Dresden Michail Gorbatschow.

Wer erhielt bereits den Friedenspreis Dresden?

2025 Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

2024 Alexej Nawalny, russischer Oppositionsführer, Anwalt, Aktivist

2023 Daniel Libeskind, polnisch-amerikanischer Architekt

2022 Roger Cox, niederländischer Klimaanwalt

2021 Dr. Cristina Marín Campos, spanische Ärztin

2020 Muzoon Almellehan, syrische Bildungsaktivistin

2019 Kim Phuc Phan Thi, das „Napalm-Girl“

2018 Dr. Tommie Smith, Boxlegende und Menschenrechtler

2017 Domenico Lucano, Bürgermeister des Flüchtlingsdorfes Riace

2016 Daniel Ellsberg, Urvater der Whistleblower

2015 SKH Herzog von Kent

2014 Emmanuel Jal, ehemaliger Kindersoldat und Musiker

2013 Stanislaw Petrow, Der Mann, der die Welt rettete

2012 James Nachtwey, Kriegsfotograf

2011 Daniel Barenboim, Dirigent und Pianist

2010 Michail Gorbatschow, Nobelpreisträger

Preisdotierung

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Der Friedenspreis Dresden ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von der Klaus Tschira Stiftung gefördert. Ausgelobt wird er von der Initiative Friedenspreis Dresden in Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Informationszentrum sowie der Klaus Tschira Stiftung. Die Preisverleihung findet in Kooperation mit den Sächsischen Staatstheatern im Schauspielhaus des Staatsschauspiels Dresden statt.

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Preis-Skulptur

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Die Preis-Skulptur schuf die Dresdner Künstlerin Konstanze Feindt-Eißner. Die Bronze ist eine leicht abstrahierte, freie Nachempfindung der Figur »Ernst« des Mozartbrunnens im Blüherpark Dresden, geschaffen 1907 von dem Berliner Bildhauer Hermann Hosaeus. Am 13. Februar 1945 wurde die Originalfigur stark beschädigt und steht jetzt im Lapidarium Dresden. Genau diese Kriegsschäden sollten auch an der Preisfigur zu sehen sein.

Für den 2024 neu vergebenen Preis wurde die zugrunde liegende Figur in Gips und auch in Wachs von der Künstlerin überarbeitet. Die Figur zeigt Verletzungen vom Angriffskrieg wie die versehrte Hand, um die Symbolkraft zu verdeutlichen. Feindt-Eißner: „So stellt die Figur aus meiner Sicht eine Symbiose aus Verletzlichkeit, Friedenssehnsucht und Symbol für Wehr- und Wahrhaftigkeit dar.“